Wie der 3D-Druck den Markt für Oldtimer-Ersatzteile revolutioniert
Vorteile des 3D-Drucks
Der Einsatz additiver Technologien bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile, beispielsweise die Beschleunigung des iterativen Prozesses bei der Herstellung von Prototypen, die Möglichkeit zur firmeninternen Produktion von Ersatzteilen sowie die Fertigung von Werkzeugen, die für Produktionsprozesse oder Teilprozesse benötigt werden.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass diese Fertigungstechnologie die Herstellung komplexer Geometrien ermöglicht, deren Produktion mit herkömmlichen Fertigungsmethoden schwierig oder äußerst kostspielig wäre. Dieser Aspekt wurde von Branchen erkannt, in denen die Gewichtsreduzierung eine entscheidende Rolle spielt, etwa in der Luft- und Raumfahrt, der Luftfahrt und im Motorsport.
Gleichzeitig hat eine weitere Branche begonnen, das Potenzial dieser Technologie zu erkennen: der Markt für Oldtimer, der laut Umfragen bis 2024 weltweit einen Wert von 43,4 Milliarden US-Dollar erreichen könnte.
Nach den geltenden Vorschriften sind Hersteller verpflichtet, für ein Fahrzeugmodell zehn Jahre nach dem Ende der Serienproduktion Ersatzteile bereitzustellen. Danach wird die Verfügbarkeit von Ersatzteilen maßgeblich durch die Marktnachfrage bestimmt. Da die Nachfrage nach bestimmten Komponenten relativ gering ist, ist ihre Herstellung für die Hersteller nicht rentabel, was zu Engpässen bei diesen Teilen führen kann.
Der 3D-Druck kann eine Lösung für dieses Problem bieten, entweder direkt oder indirekt. Wird das für die Herstellung des Teils erforderliche Werkzeug oder die Vorrichtung im 3D-Druck gefertigt, handelt es sich um eine indirekte Anwendung. Wird hingegen das Teil selbst im 3D-Druck hergestellt, handelt es sich um eine direkte Anwendung.
Anwendung der additiven Fertigung im Oldtimermarkt
Mehrere große Hersteller haben diese Möglichkeiten erkannt und in den vergangenen Jahren begonnen, mithilfe des 3D-Drucks Teile für nicht mehr produzierte, legendäre Modelle herzustellen. Zu diesen Komponenten gehören sowohl im 3D-Druck gefertigte Metall- als auch Kunststoffteile.
Auf der offiziellen Website von Porsche ist beispielsweise der Ausrückhebel für das legendäre Modell 959 erhältlich. Er wird mithilfe der SLM-Metall-3D-Drucktechnologie des Unternehmens hergestellt. Nach Angaben des Herstellers übertreffen die mechanischen Eigenschaften und die Oberflächenqualität des Teils die des Originalbauteils. Viele ähnliche Teile sind inzwischen im Portfolio des Herstellers erhältlich.

Ein weiteres Beispiel ist Mercedes-Benz, das mithilfe der additiven Fertigung Teile für eines seiner legendärsten Modelle, den 300SL – auch als „Flügeltürer“-Mercedes bekannt –, reproduziert hat. Der Innenraum-Rückspiegel des Fahrzeugs wurde aus einer dem Original ähnlichen Aluminiumlegierung gedruckt und anschließend verchromt. Das Bauteil ist nahezu identisch mit dem Original. Die einzige Änderung betrifft seine Länge, die angepasst wurde, um die Sicht nach hinten zu verbessern und dadurch ein sichereres Fahren zu gewährleisten.
Ein weiteres bemerkenswertes Teil für dasselbe Modell ist eine Zündkerzenhalterung, die den Zusammenbau erleichtern soll. Diese Komponente wurde aus dem thermoplastischen Material Polyamid 12 rekonstruiert.

Diese Beispiele zeigen, dass additive Technologien im Bereich der Ersatzteilfertigung bereits Fuß gefasst haben, auch wenn solche Dienstleistungen von Herstellern typischerweise nur für seltene und besonders wertvolle Modelle angeboten werden.
Angesichts der aktuellen Markttrends, der rasanten Entwicklung additiver Technologien und der wachsenden Nachfrage nach Oldtimern ist davon auszugehen, dass 3D-gedruckte Teile zunehmend auch bei Komponenten für erschwinglichere Modelle zu finden sein werden – wie es in einigen Fällen bereits geschieht.
Der 3D-Druck ist nicht länger nur die Zukunft – er ist die Gegenwart und verändert die Art und Weise, wie wir klassische Fahrzeuge restaurieren und instand halten.
Wenn Sie ein versandfertiges Reproduktionsteil benötigen, helfen wir Ihnen gerne dabei, Ihren Oldtimer wieder zum Leben zu erwecken. Unsere Produkte durchsuchen.
Quellen:
- „Leitfaden zur Auswahl des selektiven Lasersinterns (SLS) im 3D-Druck“, Formlabs. Zugriff: März 2024
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